Olli und Molli
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Lehrer und Skipionier Anton Henkel
Daten aus seinem Lehrerleben:
14. 10. 1892 geboren in Aitrang (Ostallgäu)
1914 Volksschule Blaichach
  Kriegsdienst und Gefangenschaft
1919 Volksschule Oberstdorf
ca. Rektor der katholischen Knabenschule
1937 Rektor der Volksschule
ca 1944 Kriegsdienst
1946 nach Entnazifizierung wieder Rektor der katholischen Knabenschule
1959 Pensionierung
8. 3 1963 gestorben
Henkel Anton

Als Anton Henkel 1919 nach Oberstdorf kam, brachte er neuen Wind in die Volksschule. Als engagierter Skifahrer, er übernahm 1920 die Jugendarbeit im Ski-Club, führte er schon bald das Skifahren als Unterrichtfach ein. „Rechnen genügend, Skifahren sehr gut", so überschrieb eine deutsche Zeitung einen Artikel über sein schulsportliche Engagement. Als Jugendwart des Deutschen Skiverbandes schrieb er einen Skilehrplan für Jugendliche mit dem Titel „Grundsätzliches zum Skliunterricht an Jugendliche“. Trotzdem stand natürlich die schulische Ausbildung seiner Schüler an erster Stelle. "Wenn es nicht anders ging, auch mit der notwendigen Strenge," schrieb sein ehemalige Schüler Eugen Thomma in einem Bericht in der Zeitschrift "Unser Oberstdorf".
Wie ein Film vom legendären Ski-Umzug durch den Ort aus dem Jahre 1930 beweist, war ihm seine schwedischen Frau Sonja gerade in dieser Beziehung eine stete Hilfe. Sie hat übrigens auch von 1937 an eine Zeit lang als Handarbeitslehrein an der Volksschule unterrichtet.

Gedenkstein für Anton HenkelWann Anton Henkel Rektor der katholischen Knabenschule wurde entzieht sich meiner genauen Kenntnis. Ich tippe auf das Jahr 1925, als eine Reihe ehemaliger Kollegen in Ruhestand ging.

Auf jeden Fall legte er sich in den 30er-Jahren gewaltig mit seinen Kolleginnen an der katholischen Mädchenschule an, als er die Vollschule forderte, damit gemischte Jahrgangsklassen gebildet werden konnten. Er setzte sich 1934, unterstützt duch seine Kollegen Hengge und Zirkel, sogar mit seiner Meinung im Gemeinderat durch. Die Ordensfrauen schlugen jedoch zurück und erreichten durch eine Elternabstimmung die Rücknahme ihrer Kündigung. 1937 setzte sich Parteimitglied Henkel jedoch endgültig gegen die "politisch unzuverlässigen" Klosterschwestern durch und wurde alleiniger Rektor der Volksschule Oberstdorf.

Laut einer Notiz der Chronik der Klosterschwestern wurde Henkel am Ende des Krieges trotz seines Altern doch noch eingezogen. Nach dem Krieg durfte er zuerst nicht unterrichten, denn er musste erst entnazifiziert werden. Doch im Schuljahr 1946/47 wurde er wieder als Rektor der katholischen Knabenschule genannt. Dies blieb er bis zu seiner Pensionierung 1959.

Leider konnte er seinen Ruhstand nicht genießen, denn die Parkinsonsche Krankheit traf ihn hart und er erlag seinem Leiden schon 1963.

Zur Erinnerung an sein skisportliches Engagement wurde ihm von den Oberstdorfern Skiclubs, als sein Grab im Friedhof aufgelassen wurde, an der Halde ein Gedenkstein errichtet.

Alex Rößle
Archiv
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